Konrad Tobler, Leiter der Kulturredaktion der Berner
Zeitung, im Haus der Kunst Solothurn 2004:

?Eine Kunst ist es, das Bewegliche als Bewegliches zu
fixieren. Das Veränderliche fixierend zu verändern.
Das Ruhelose still zu legen, das Stille in der Unruhe
zu bewahren.(...)
Es geht um einen wichtigen, einen herausfordernden
Teil dieser Ausstellung: Kunstgeschichte ist ein
zentraler Aspekt der Wassergeschichte, auf die sich
Sus Heiniger indirekt eingelassen hat. Sus Heiniger
hat für sich eine malerische Lösung gefunden, die
vielleicht der Pop Art verwandt ist und doch auf ganz
andere, eigene Weise Reduktionen nicht scheut.
Es liegt auch nahe, das Wasser als Element des Lebens
in einen politischen Kontext zu stellen: Wasser ist
elementar, ist das Produktionsmittel des Menschen. Man
weiss ja, dass Wasser für viele, zu viele Menschen ein
Luxus ist, erst recht sauberes Wasser. Man weiss um
die Kämpfe, etwa im Nahen Osten, die wegen des Wassers
geführt werden.
Weiter liegt es nahe, die Sehnsüchte der Menschen zu
erwähnen, die sich um das Wasser drehen, nicht nur in
der Dichtung, nicht nur in Goethes Gesang der Geister
über dem Wasser?, sondern auch, wenn es darum geht,
den Mars zu erforschen, in der Hoffnung, irgendwo
Wasser zu finden, Leben zu finden.
All das mag und kann in diesen Wasserbildern sich
spiegeln. Und es spiegelt sich darin, weil Wasser eine
Fläche ist, in der sich vielles spiegeln kann. Ich
selbst spiegle mich darin, die Welt spiegelt sich
darin.
Sus Heiniger ist ins Wasser eingetaucht, mit der
Gewissheit und Sicherheit dort etwas von dem zu
finden, was ein Haiku in aller Kürze ausdrückt, in
Worten fliessend wie das Schimmern und Flimmern des
Wassers:

Ich schöpfe Wasser
Mit der Hand und halte sie
Gegen den Mond- vollerLicht.
(Santoka Taneda)